Schulverbund

Grundschulen in der Gemeinde Eslohe – welche Perspektiven gibt es?

Große Unruhe und Sorge löste die Presseberichterstattung über die Ergebnisse der Sitzung des Ausschuss für Schule, Familie, Soziales, Sport und Kultur in der Grundschule in Wenholthausen im September bei den Eltern im Einzugsgebiet der Grundschule Eslohe aus. Alle drei im Gemeinderat vertretenden Fraktionen hatten sich im September für den Erhalt der Grundschule in Wenholthausen ausgesprochen und schon zu diesem Zeitpunkt die Lösung der Verwaltung favorisiert, die die Bildung eines Grundschulverbundes der Schulstandorte Eslohe und Wenholthausen vorsieht. Hierbei entstünde eine einheitliche Grundschule mit einem Lehrerkollegium und einer Schulleitung, die an zwei Teilstandorten Unterricht nach einem gemeinsamen Konzept vorsieht. „Das würde aber bedeuten, dass künftig auch Schüler, die zurzeit die Grundschule Eslohe besuchen, nach Wenholthausen fahren müssten.“ So ein Zitat der Berichterstattung, durch das viele betroffenen Eltern in Sorge gerieten, ihnen solle in Zukunft der Grundschulstandort ihrer Kinder vorgeschrieben werden.

An dieser Stelle haben wir bewusst den Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern gesucht, um dem großen Informationsbedarf, der sich in den Teilnehmerzahlen der CDU-Infoveranstaltungen gezeigt hat, zu entsprechen. So werden wir es auch in Zukunft halten. Wir wollen und werden Sie und Ihre Meinung immer in unsere Entscheidungen mit einbeziehen.

Die vielen wichtigen Fragen, die im Rahmen der Bürgerversammlungen geäußert wurden, hier noch einmal zusammen gefasst:

 

Wie viele Schüler besuchen im Moment die erste Klasse der Grundschulen in Eslohe, Reiste und Wenholthausen und wie werden sich die Schülerzahlen in Zukunft voraussichtlich entwickeln?

1. Klasse    Eslohe        Reiste         Wenholthausen

2010/11     59              24              14

2011/12     62              31              16

2012/13     61              25              15

2013/14     65              28              11

2014/15     59              22              15

2015/16     43              14              12

 

Wird es in Zukunft wieder Schulbezirke geben?

Die neue rot-grüne Landesregierung sieht in ihrem Koalitionsvertrag vor, Schulbezirke optional einzuführen, so dass jede Kommune selbst entscheiden kann, ob sie von dieser Möglichkeit Gebrauch machen möchte. Aber selbst dies beschreibt nur ein Vorhaben und nicht die konkrete Umsetzung. Die CDU-Fraktion in Eslohe spricht sich klar gegen die Wiedereinführung von Schulbezirken und den damit verbundenen Zwang gegenüber Kindern einzelner Orte bzw. Straßenzüge aus. Ein Schulbezirk verpflichtet die Eltern ihre Kinder entsprechend ihrem im jeweiligen Schulbezirk liegenden Wohnsitz einzuschulen.

 

Welche Auswirkungen hat die Bildung eines Grundschulverbundes auf die einzelnen Standorte?

Die Lehrerinnen und Lehrer eines Grundschulverbundes können den einzelnen Standorten zugewiesen werden. Dadurch werden ein flexibler Personaleinsatz, eine hinreichende Differenzierung und die Sicherstellung von Vertretungsunterricht besser ermöglicht. Spezielle Förderangebote können optimaler realisiert werden. Die größere Zahl von Lehrkräften lässt außerdem mehr fachliche Spezialisierungen zu; die Schulprogrammarbeit und die Bewältigung pädagogischer Herausforderungen können auf vereinte und damit mehr Kräfte verteilt werden.

Das Schulgesetz sieht hiermit die Möglichkeit vor, kleine Orte zu stützen und Grundschulen vor Ort so lange wie möglich zu erhalten.

 

Wer bestimmt, an welchem Standort meine Kinder eingeschult werden?

Gegen den Willen der Eltern wird kein Kind einem bestimmten Standort zugewiesen. Der Elternwille hat oberste Priorität, und dies wird sowohl durch das Schulamt als auch die Bezirksregierung Arnsberg bestätigt. Eine mögliche Vergrößerung der Schülerzahlen in Wenholthausen durch Schüler aus Eslohe und Umgebung kann nur auf freiwilliger Basis erfolgen. Dem Schulleiter obliegt zwar die Pflicht, auch innerhalb einer Verbundschule für gleichmäßige Klassengrößen zu sorgen, allerdings ausschließlich im Einvernehmen mit den betroffenen Eltern. Die persönliche Entscheidung der einzelnen Eltern, was für ihre Kinder das Beste ist, sollte hier auch nicht weiter hinterfragt werden.

 

Wie verändern sich die Klassengrößen innerhalb des möglichen Grundschulverbundes?

Im Schuleingangsjahr 2012 wird sich ohne Schülerbewegungen zwischen den Standorten Eslohe und Wenholthausen bei den Klassengrößen nichts verändern. Die Grundschule Wenholthausen wird voraussichtlich eine Klasse bilden mit 15 Schülern. Die 61 Schüler in Eslohe können auch im Rahmen einer Verbundschule auf drei Parallelklassen am Standort Eslohe aufgeteilt werden. Diese Klasseneinteilung lässt sich sowohl im Hinblick auf die Räumlichkeiten als auch auf die Lehrerausstattung problemlos realisieren. Für das Jahr 2013 bleibt ggf. abzuwarten, inwieweit es möglich sein wird, zusätzliche Schüler bzw. Eltern für den Standort Wenholthausen zu begeistern.

 

Können an einer dreizügigen Verbundschule vier Parallelklassen gebildet werden?

Hier ist zwischen der offiziellen Zügigkeit einer Schule und den gebildeten Parallelklassen zu unterscheiden. Die Zügigkeit einer Schule (bzw. Verbundschule) legt der Schulträger und damit der Rat der Gemeinde Eslohe fest. Durch die Zügigkeit wird allerdings nur die maximale Aufnahmekapazität der Schule festgelegt. Bei einer dreizügigen Schule liegt diese dann im Rahmen der Einschulung bei 90 Schülern. Davon unbenommen ist die Freiheit des Schulleiters, zwei, drei oder auch vier Parallelklassen zu bilden, soweit die räumliche und personelle Ausstattung der Schule dies zulässt. Dies ist in Eslohe gegeben.

 

Was passiert, wenn in Wenholthausen nicht ausreichend Kinder eingeschult werden können?

Wenn die Schuleingangszahlen für den Standort Wenholthausen perspektivisch nicht über 18 liegen werden, wird die Schule auslaufen müssen. Dies bedeutet, dass auch im Falle der Schließung jedes Kind im Konsens mit den Eltern die Grundschule in Wenholthausen komplett durchlaufen kann. Im Falle der Bildung eines Grundschulverbundes akzeptiert das Schulamt nur im Schuljahr 2012/13, dass nicht zwingend die Schülerzahl 18 erreicht werden muss. Sollte für das Schuljahr 2013/14 nicht mindesten 18 Schüler in Wenholthausen angemeldet werden, wird der Grundschulverbund keinen Bestand haben können. Falls die Grundschule in Wenholthausen auslaufen muss, wird das Verbundschulkonzept dies durch die beschriebenen Synergien im Personalbereich für die Kinder sehr viel besser gestalten können als im Rahmen einer zu diesem Zeitpunkt eigenständigen Schule.

 

Welchen Zweck verfolgt die Elternbefragung durch die Verwaltung?

Um ein Stimmungsbild bezüglich des zukünftigen Grundschulstandortes ihrer Kinder bei wirklich allen betroffenen Eltern im Einzugsgebiet der Grundschulen Eslohe und Wenholthausen zu erhalten, hat die CDU-Fraktion eine Umfrage durch die Verwaltung beantragt. Die Akzeptanz der Eltern in Wenholthausen für ihre Schule sollte Grundvoraussetzung für die Entscheidung zur Bildung eines Grundschulverbundes sein. Zusätzlich wird die Umfrage Tendenzen liefern, inwieweit Eltern aus anderen Ortsteilen unter bestimmten Voraussetzungen (Organisation Schülerfahrverkehr, Sicherheitsbedenken, Schulausstattung, etc.) es in Betracht ziehen, ihr Kind in Wenholthausen einzuschulen.

 

Wie kann der Schülerfahrverkehr organisiert werden, wenn ich mein Kind in Wenholthausen einschulen möchte?

Eine Beförderung von Schulkindern nach Wenholthausen wird möglich sein. Dies kann und wird einem möglichen Zuwachs der Eingangsklassen nicht im Wege stehen. Der Bürgerbus, der bereits im Bereich Kindergartenfahrverkehr eine große Hilfe ist, bietet hier eine denkbare flexible Lösung, die auch den geäußerten Sicherheitsaspekten im Bereich der Grundschule Wenholthausen dadurch gerecht werden kann, dass ein Ein- und Aussteigen auf dem Parkplatz vor der Schule möglich ist. Eine Straßenüberquerung der Kinder wird so vermieden.

 

Wie sieht der weitere Entscheidungsprozess aus?

Zu Beginn des Jahres wird ein Tag der offenen Tür in der Schule in Wenholthausen in Zusammenarbeit zwischen Schulleitung und Grundschulförderverein stattfinden. Dies ist eine von vielen Maßnahmen, die auf die besonderen Qualitäten der Schule in Wenholthausen aufmerksam machen sollen.

In der Folge wird gemäß dem Antrag der CDU-Fraktion die Umfrage der Eltern durchgeführt, die in den Jahren 2012, 2013, 2014 oder 2015 ihre Kinder einschulen werden. Vor den neuen Anmeldungen zur ersten Klasse wird der Rat der Gemeinde Eslohe entscheiden, ob ein Grundschulverbund gebildet wird oder ob die Grundschule Wenholthausen ab sofort auslaufen wird.

 

Was ist die Meinung der CDU-Fraktion zur Zukunft des Schulstandorts Wenholthausen?

Wir treten dafür ein, den Schulstandort so lange wie möglich – allerdings nicht zu Lasten anderer Ortsteile – zu erhalten. Die Schule in Wenholthausen ist der Dorfmittelpunkt, sie verbindet den Kindergarten, Kirche und Vereine. Die Schließung einer Schule geht immer einher mit dem Verlust an Infrastruktur und Identifikation vor