Feli­zi­tas Hen­ders als Schrift­füh­re­rin ver­ab­schie­det

Am 7. Juni 2016 stand ganz oben auf der Tages­ord­nung Neu­wah­len des Vor­stan­des. Der Vor­sit­zen­de Chris­ti­an Sie­wers, 2. Vor­sit­zen­der Klaus Schul­te sowie Geschäfts­füh­rer Peter Feld­mann wur­den ein­stim­mig in ihren Ämtern bestä­tigt.

Nach über 8 Jah­ren Vor­stands­ar­beit stell­te Feli­zi­tas Hen­ders ihr Amt als Schrift­füh­re­rin zur Ver­fü­gung. Als neu­er Schrift­füh­rer, mit einem ein­stim­mi­gen Ergeb­nis, wur­de Flo­ri­an Alber­ternst aus Eslo­he gewählt. Der 26 jäh­ri­ge  war in der Ver­gan­gen­heit schon in der JU als Vor­sit­zen­der, Schrift­füh­rer und Pres­se­wart tätig.

Neben den Dele­gier­ten­wah­len für die Auf­stel­lungs­ver­samm­lun­gen, für die im kom­men­den Jahr statt­fin­den­den Lan­des- und Bun­des­tags­wah­len, stand die Rede von Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Mat­thi­as Kerk­hoff im Focus der Ver­samm­lung.

Unter dem The­ma „Das Sauer­land – eine star­ke Regi­on in NRW“ sind die ver­schie­dens­ten poli­ti­schen The­men bespro­chen und dis­ku­tiert wor­den, wo die Ungleich­wer­tig­keit des länd­li­chen Rau­mes gegen­über dem Bal­lungs­zen­trum klar belegt wur­den.

Bericht des Vor­sit­zen­den:

Unser heu­ti­ges The­ma: „Das Sauer­land – eine star­ke Regi­on in NRW!“ oder auch bes­ser gesagt „Das Sauer­land im Her­zen Süd­west­fa­len – eine star­ke Regi­on in NRW!“

War­um die­ses The­ma? Ganz Süd­west­fa­len hat eines gemein­sam. Wir sind die länd­li­che Regi­on. Alle mit ähn­lich topo­gra­fi­schen Vor­aus­set­zun­gen.

Ein­fach nur mal so ein paar Zah­len:

Flä­che Süd­west­fa­len: 6.195 km² (Das sind 18 %)

Flä­che NRW: 34.110 km²

Bevöl­ke­rung in Süd­west­fa­len: knapp 1,4 Mio. (Das sind 7,9%)

Bevöl­ke­rung NRW: 17,7 Mio.

Sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­te in Süd­west­fa­len: 525.224 (Das sind 8%)

Sozi­al­ver­si­che­rungs­pflich­tig Beschäf­tig­te in NRW: knapp 6,5 Mio.

Arbeits­lo­sen­quo­te in Süd­west­fa­len: 5,8 % (in Eslo­he 3,4 % > Voll­be­schäf­ti­gung)

Arbeits­lo­sen­quo­te in NRW: 8,1 % (Ruhr­ge­biet 11,1%, Müns­ter­land 4,8%)

Brut­to­in­lands­pro­dukt Süd­west­fa­len: knapp 50 Mrd. Euro (Das sind 8%)

Brut­to­in­lands­pro­dukt NRW: 620 Mrd.

(Brut­to­in­lands­pro­duk­te: Gesamt­wert aller Güter an, die inner­halb eines Jah­res inner­halb der Lan­des­gren­zen einer Volks­wirt­schaft her­ge­stellt wur­den und dem End­ver­brauch die­nen.)

Am Ran­de: Baden-Würt­tem­berg 438 Mrd. €, Bran­den­burg 60 Mrd. €, Saar­land 33,5 Mrd. €

Indus­trie­be­schäf­tig­te in Süd­west­fa­len: 45,5% (damit sind wir die dritt­stärks­te Indus­trie­re­gi­on in Deutsch­land)

Das bedeu­tet, dass wir in Süd­west­fa­len unse­re Haus­auf­ga­ben gemacht haben.

Obwohl wir geschul­det unse­rer topo­gra­fi­schen Lage im Mit­tel­ge­bir­ge, gegen­über dem Flach­land klar benach­tei­ligt sind. Was die höhe­ren Bau­kos­ten und dadurch das schlech­te­re Nut­zen-Kos­ten-Ver­hält­nis geschul­det ist. Und obwohl wir, was den demo­gra­fi­schen Wan­del angeht, vor aller größ­ten Her­aus­for­de­run­gen ste­hen.

Das bedeu­tet für uns zum einem. Wir müs­sen uns als eine star­ke Regi­on noch bes­ser ver­mark­ten. Da sind wir auf einem guten Weg, was dem Regio­nal­mar­ke­ting, dem Enga­ge­ment der Wirt­schaft aber auch dem hohen Enga­ge­ment der loka­len Poli­ti­ker zu ver­dan­ken ist.

Auf der ande­ren Sei­te müs­sen wir aber auch mit höchs­tem Nach­druck auf den Aus­gleich pochen, der im Sin­ne des ver­fas­sungs­recht­li­chen Anspruchs auf Her­stel­lung ein­heit­li­cher Lebens­be­din­gun­gen uns durch das Gesetz zusteht.

Und dar­auf pochen wir. Ohne Wenn und Aber.

Gemein­de­fi­nan­zie­rungs­ge­setz:

  • Über­vor­tei­lung der Groß­städ­te gegen­über der klei­nen Städ­ten und Kom­mu­nen unter 25.000 Ein­woh­nern im Sozi­al­las­ten­aus­gleich
  • Über­vor­tei­lung der Ganz­tags­schü­ler gegen­über den Halb­tags­schü­lern
  • Ein­heit­li­che fik­ti­ve Real­steu­er­he­be­sät­ze ohne Dif­fe­ren­zie­rung nach Ein­woh­ner­grö­ßen­klas­sen
  • Der Begriff „gleich­wer­ti­ge Lebens­ver­hält­nis­se“ gehört zur zen­tra­len Leit­vor­stel­lung des Bun­des und der Län­der.
  • Die Ver­ant­wor­tung „für die Flä­che“ ist ein Kern­ele­ment des Sozi­al­staa­tes (Art. 20 GG).
  • Das Raum­ord­nungs­ge­setz des Bun­des kon­kre­ti­siert gleich im ers­ten Grund­satz: „Im Gesamt­raum der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und in sei­nen Teil­räu­men sind aus­ge­gli­che­ne sozia­le, infra­struk­tu­rel­le, wirt­schaft­li­che, öko­lo­gi­sche und kul­tu­rel­le Ver­hält­nis­se anzu­stre­ben.“

Schul­ge­setz:

  • Gesamt- und Sekun­dar­schu­len wer­den durch bes­se­re per­so­nel­le und finan­zi­el­le Aus­stat­tung gegen­über Real- und Haupt­schu­len über­vor­teilt
  • Es muss eine Betreu­ung für Allein­er­zo­gen­de statt­fin­den kön­nen, aber die Erzie­hung muss in den Fami­li­en und nicht in den Ganz­tags­schu­len statt­fin­den.

Lan­des­ent­wick­lungs­plan:

  • Hier wird das gan­ze Aus­maß der der ideo­lo­gi­schen Poli­tik der NRW Lan­des­re­gie­rung in einer ganz beson­de­ren Qua­li­tät deut­lich. Die Begriff­lich­kei­ten von Besitz und Eigen­tum hat Frau Kraft und Co völ­lig neu defi­niert. Besitz ist eine Tat­sa­che. Eigen­tum aber ein Recht.
  • Das geplan­te Lan­des­na­tur­schutz-, Lan­des­forst- und Lan­des­was­ser­ge­setz wird vie­le Land- und Forst­be­trie­be in die Unren­ta­bi­li­tät trei­ben.
  • Die Ent­wick­lungs­mög­lich­kei­ten in den Dör­fern und Städ­ten soll begrenzt wer­den
  • Die Pla­nungs­ho­heit der Kom­mu­nen wird außer Kraft gesetzt (Wind­kraft)
  • Der länd­li­che Raum soll die Ener­gie­wen­de allei­ne Schul­tern (18.000 ha Flä­che in Süd­west­fa­len sol­len für Wind­kraft vor­ge­hal­ten wer­den)
  • Der Regio­nal­rat schlägt nur allei­ne in Eslo­he 9 Flä­chen für Wind­kraft vor

Inne­re Sicher­heit:

Die Kreis­po­li­zei­be­hör­de Hoch­sauer­land­kreis betreut poli­zei­lich rund 266 000 Ein­woh­ner in 12 Städ­ten und Gemein­den auf einer Gesamt­flä­che von etwa 1960 Qua­drat­ki­lo­me­tern.

Die benach­tei­lig­te Poli­zei­kräf­te­ver­tei­lung zulas­ten der Land­rats­be­hör­den muss gestoppt wer­den.

Infra­struk­tur:

  • Das Indus­trie­land Süd­west­fa­len ist auf gut aus­ge­bau­te Infra­struk­tur ange­wie­sen. Allen vor­an die  Nord-Süd­ach­se B55. Nach jahr­zehn­te­lan­ger Pla­nung sol­len die Orts­um­ge­hun­gen in Erwit­te, War­stein, Mesche­de und Eslo­he beer­digt wer­den.
  • Per­so­nel­le Pla­nungs­ka­pa­zi­tä­ten des Lan­des sol­len beim Aus­bau des Rad­weg Eslo­he-Cob­ben­ro­de ver­sagt wer­den.
  • Es sind Mit­tel zur Ver­fü­gung zu stel­len, dass alle länd­li­chen Berei­che auch in der Gemein­de Eslo­he mit einer aus­rei­chen­den Breit­band­ver­sor­gung ver­sorgt wer­den

Medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung und Pfle­ge:

Die immer älter wer­den­de Gesell­schaft gera­de in unse­ren länd­li­chen Berei­chen wird uns in den nächs­ten 20 Jah­ren for­dern. Wenn wir nicht anfan­gen wol­len sozia­le Schul­den für die kom­men­de Genera­ti­on anzu­häu­fen, müs­sen heu­te schon kla­re Struk­tu­ren zur Bewäl­ti­gung die­ser Auf­ga­be erar­bei­ten. Dass kann nicht allei­ne die Cari­tas, die Ärz­te­schaft, die Kom­mu­nal­po­li­ti­ker oder das Ehren­amt leis­ten. Hier müs­sen erheb­li­che finan­zi­el­le Mit­tel von Land und Bund zur Ver­fü­gung gestellt wer­den.

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